„In meinem Werk nehme ich eine große Einheit wahr.“ Wiederholung und Experiment im Spätwerk James Ensors
In diesem Vortrag beleuchtet Dr. Ina Dinter die faszinierenden Wiederholungs- und Experimentierverfahren im Spätwerk des Künstlers James Ensor und stellt zentrale Fragen zu Originalität, Serialität und künstlerischer Innovation. Im Mittelpunkt stehen Ensors Selbstporträts sowie die variantenreiche Werkgruppe der „Liebesgärten“, die spannende Einblicke in ästhetische und philosophische Konzepte der Moderne eröffnen.
Dr. Ina Dinter leitet seit 2024 das Kunstmuseum Villa Zanders. 2015 promovierte sie mit der Untersuchung von James Ensors wenig erforschtem Spätwerk. Sie ordnet seine Werkgruppen kunst- und kulturhistorisch ein und zeichnet Ensor als scharfsinnigen Ironiker und Wegbereiter der Moderne, dessen komplexe Bildstrategien eine innovative Auseinandersetzung mit Fragen von Originalität, Serialität und künstlerischer Selbstinszenierung markieren. Ihre Arbeit eröffnet neue Perspektiven auf Ensor als Person und ordnet seine frühe sowie mittlere Schaffensphase neu ein. Zugleich macht sie seine prägende Rolle als Wegbereiter der europäischen Kunst des 20. Jahrhunderts deutlich.