»Mein Freund Serge hat sich ein Bild gekauft. Ein Ölgemälde, ganz in Weiß … Wenn man die Augen zusammenkneift, kann man feine weiße Querstreifen erkennen. Ein weißes Bild. Mit weißen Streifen.« »Ist das Kunst oder kann das weg?« Ein weißes Gemälde, erstanden zu einem horrenden Preis, bringt eine langjährige Männerfreundschaft ins Wanken. Serge schwärmt von seiner Errungenschaft, sein Freund Marc hält ihn für übergeschnappt. Yvan, der dritte im Bunde, auf Harmonie bedacht, meidet die eigene Meinungsbildung. Während das Gespräch über Kunst eskaliert, treten verletzte Gefühle, Machtspiele und alte Konflikte zutage. Mit messerscharfen Dialogen und feinem Humor entlarvt Yasmina Reza in ihrem Erfolgsstück die Unsicherheiten hinter vermeintlich festen Standpunkten. Der Kunstbegriff wird zum Zündstoff für eine ebenso komische wie schmerzhafte Auseinandersetzung über ästhetischen Wert, Geschmack und Bedeutung. Ist Kunst objektiv bewertbar oder reine Behauptung, Ausdruck von Wahrheit oder Spiegel persönlicher Eitelkeit? Die Debatte wird zur Zerreißprobe: Wie viel Widerspruch erträgt eine Freundschaft? Welche Meinungen sind wir gewillt, auszuhalten?
Besetzung
Ralf Budde (Inszenierung)
Manfred Marczewski-Achilles (Bühne)
Noëlle-Magali Wörheide (Kostüme)