»Was denkst du jetzt von mir, ich frag dich wirklich.« »Dass du jetzt denkst, du bist nicht, was du bist.« »Dann denke ich dasselbe auch von dir.« »Und das zu Recht. Ich bin nicht, was ich bin.« Viola wird nach einem Schiffbruch an die Küste von Illyrien gespült. Um dort zurechtzukommen und sich zu schützen, verkleidet sie sich als Mann und steht kurz darauf als Cesario im Dienst von Herzog Orsino. Dieser liebt Gräfin Olivia, die jedoch zurückgezogen um ihren toten Bruder trauert. Deshalb wird Cesario als Bote eingesetzt. Er soll Olivia Orsinos Liebesschwüre überbringen; und das, wo er – oder vielmehr die eigentliche Viola – sich in der Zwischenzeit in den Herzog verliebt hat. Als Olivia und Cesario sich begegnen, ist wiederum Olivias Trauerzeit im Nu vergessen: Sie verfällt Cesario beim ersten Anblick. Aber wenn das schon alles wäre! Auch Olivias Haushofmeister Malvolio und der Trinker Sir Andrew lieben die Gräfin. Doch wo Liebe im Spiel ist, sind Kabalen nicht weit. Und so entspinnen sich im Liebeswahn auch noch fiese Intrigen, bis das Verwirrspiel schließlich entknotet wird und Illusionen sich auflösen … Macht Liebe blind? – Eine Frage, die uns heute nicht weniger beschäftigt als vor 400 Jahren. Shakespeares Komödie ist ein raffiniertes Spiel mit Identitäten, Rollenbildern und den Irrwegen der Liebe und zeigt, wie zwischen den fragilen Grenzen von Schein und Sein eine Sehnsucht nach Wahrheit steckt.
Besetzung
Jenke Nordalm (Inszenierung)
Vesna Hiltmann (Bühne & Kostüme)
Ulf Steinhauer (Musik)